Der Mangel an Wasser

2030 wird jeder zweite Mensch an Wassermangel leiden, erklärte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. Und das, obwohl der Zugang zu sauberem Wasser ein Menschenrecht ist.

Wassermangel besteht überall dort, wo Menschen über zu wenig sauberes Wasser verfügen; das ist insbesondere in Afrika und Asien. Wassermangel bezieht sich auf Trinkwasser, aber auch auf Wasser für die Landwirtschaft und Hygiene. Der Mangel wirkt sich katastrophal auf das Leben der Menschen in diesen Gebieten aus: die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt, dass 88% aller Krankheiten durch verschmutztes Wasser erklärbar sind. Denn Menschen in Gebieten mit Wassermangel trinken nicht nur zu wenig Wasser, sondern durch die fehlende Hygiene können auch Seuchen ausbrechen, die viele Menschenleben kosten.Nicht zuletzt können ohne Wasser keine Pflanzen wachsen, sodass es den Menschen an Nahrung fehlen kann. Täglich sterben zwischen 4 000 und 5 000 Kinder durch die Folgen von Wassermangel.

Wie kommt es denn zu diesem Wassermangel? Eine Studie des “Internationalen Instituts für Wassermanagement (IWMI) hat herausgefunden, dass die Ursache des Wassermangels nur zu kleinem Teil an den Naturbedingungen vor Ort liegt. Viel stärkeren Einfluss als die Anzahl der Sonnentage haben nämlich menschliche Eingriffe und ihre Folgen: wir sind verantwortlich für 98% des Wassermangels. Zu diesen Eingriffen gehören Übernutzung und Verschwendung von Wasserressourcen, Wasserverschmutzung und die globale Erwärmung. Unmengen von Abwässern werden nicht aufbereitet und gesäubert, sondern verschmutzt an die Umwelt abgegeben. Nur fünf Prozent der entstehenden Abwässer werden weltweit gereinigt. Auch die Zunahme der Bevölkerung hat gravierende Auswirkungen, denn sie führt zu einem höheren Bedarf nach der begrenzten Ressource Wasser.

Circa 130 Liter Wasser verbraucht ein/e Deutsche/r am Tag. Das ist eine gute Zahl für ein Industrieland wie Deutschland. Leider wird in diese Angabe nur Wasser eingerechnet, dass direkt verbraucht wird, z.B. durch Trinken, Wäsche waschen und Gartenpflege. Deswegen wurde der Begriff des „virtuellen Wassers“ ins Leben gerufen. Virtuelles Wasser beinhaltet all das Wasser, was für die Herstellung aller Produkte, die jemand verwendet, verbraucht wurde. Also auch das Wasser, mit dem ein Tier getränkt wurde, mit dem Pflanzen gegossen werden, mit dem eine Jeans gewaschen wird. Berechnet man diesem Wasserverbrauch mit ein, benutzt jede/r Deutsche zwischen 4 000 und 5 000 Liter am Tag!

Es wird ermittelt, wieviel virtuelles Wasser ein Land importiert und wieviel es exportiert. In vielen Ländern, in denen ohnehin schon Wassermangel herrscht, wird sehr viel virtuelles Wasser exportiert, meist durch den Export von Kaffee, Tee oder Kakao. Die Kakaopflanzen verbrauchen z.B. sehr viel Wasser, weil sie in den heißen Ländern viel Wasser zum Überleben benötigen. Deswegen bringt der Genuss von Schokolade oder Kakao viel virtuelles Wasser mit sich. Ein Kilo Rindfleisch verbraucht durch seine Herstellung bis zu 20 000 Liter virtuelles Wasser. Man versucht jetzt, den Export von virtuellem Wasser der Wassermenge im Land anzupassen, d.h. ein Land mit Wassermangel sollte keine Produkte produzieren, die in der Herstellung viel Wasser verbrauchen, z.B. T-Shirts.

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