Das Moor

Moore sind eine sehr anspruchsvolle Landschaft für Pflanzen. Sie sind sauerstoffarm und haben einen konstanten Wasserüberschuss. Deswegen leben dort vor allem widerstandsfähige Pflanzen wie Schilfgräser, Binsen, Sauergräser und Moose. So entsteht das charakteristische Aussehen einer Moorlandschaft: flach, unter Wasser stehend und wenig bewachsen. In Deutschland finden wir Moore vor allem im Norden, aber auch im Alpenvorland. Weltweit gibt es außerdem viele Moorgebiete in Nordamerika und Südostasien.

Moore entstanden nach der letzten Eiszeit. Als die Gletscher sich zurückzogen, sammelten sich das abgetaute Eis und Niederschlag in Senken und Niederungen. Von dort konnte das Wasser nicht abfließen und durch den fehlenden Sauerstoff wurden Reste von abgestorbenen Pflanzen nicht abgebaut, sondern schichteten sich auf. So entstand Torf aus den abgelagerten Pflanzenteilchen. Die Torfschicht eines Moores wächst im Jahr nur 1mm, sodass die Entstehung hoher Moore mehrere tausend Jahre dauert.

Man unterscheidet Hochmoore und Niedermoore aufgrund ihrer Vegetation und der Herkunft ihres Wassers. Hochmoore erhalten nur Wasser durch Niederschläge und sind so besonders sauerstoffarm. Das ganze Jahr über sind Hochmoore gleichmäßig bewässert. Nur wenige Pflanzen wie der Torfmoosrasen wachsen hier. Hochmoore sind wachsende Moore; sie haben sich aus den Niedermooren entwickelt. Niedermoore erhalten ihr Wasser durch einen Zufluss aus dem Grundwasser; die Menge kann über das Jahr schwanken. Dieses Wasser enthält mehr Nährstoffe und bietet so die Lebensgrundlage für weitere Pflanzen wie Schilfgräser, Binsen und Moose. Niedermoore liegen in Flussniederungen und Senken, wachsen allerdings nicht in die Höhe wie Hochmoore. Es existieren auch viele Zwischenstufen von Nieder- und Hochmooren, die durch eine gemischte Vegetation gekennzeichnet sind. Das ist möglich, da sie Wasser sowohl aus der Erde als auch durch Niederschlag erhalten.

In der Umgangssprache werden Moore oft mit Sümpfen gleichgesetzt. Es handelt sich aber streng genommen nicht um die gleiche Landschaftsart. Sümpfe und Moore unterscheiden sich in zwei Aspekten. Zum einen sind Sümpfe Fließgewässer und deswegen sauerstoffreicher als Moore. Die Reste von abgestorbenen Pflanzen können besser zerlegt werden und es bildet sich kein Torf, was der zweite Unterschied ist. Sümpfe können zwischenzeitlich sogar ganz austrocknen und aus den Pflanzenresten bildet sich dann Humus, der nicht so nährstoffreich wie Torf ist.

Torf war für die Menschen seit dem Mittelalter ein wichtiger Rohstoff. Er wurde vielfältig genutzt – als Brennmaterial, zum Bauen, als Dünger und zu Heilzwecken. Doch um Torf abzubauen, wurden viele Moore kultiviert, also entwässert, und so ihr ökologisches Gefüge aus dem Gleichgewicht gebracht. Durch das Entwässern wird dem Moorgebiet Wasser entzogen, wodurch sich der Grundwasserspiegel der ganzen Landschaft senkt und die Pflanzen nicht genug Wasser bekommen. Es kann auch kein neuer Torf produziert werden und das ausgetrocknete Moor eignet sich nicht zur Bepflanzung, da Pflanzen keinen Halt mehr finden.

Gerade auch in Bezug auf den Klimawandel haben die Moore eine große Bedeutung: obwohl sie nur drei Prozent der Landfläche bedecken, speichern sie ca. 30 % des CO2-Vorkommens der Erde. Das bedeutet, dass sie etwa doppelt so viel CO2 speichern, wie alle Wälder der Welt zusammengenommen. Wird Torf nun verbrannt, werden Treibhausgase freigesetzt und die Erde erwärmt sich weiter. Um dies zu verhindern, ist es unbedingt nötig, die Moore zu schützen. Gerade die Renaturierung von Hochmooren gestaltet sich schwierig, da man kein Grundwasser hinzugeben kann, um den Wasserspiegel zu erhöhen. Die Erhaltung von Hochmooren ist deswegen besonders wichtig. Auch Niedermoore müssen renaturiert werden, indem man die Entwässerungsgräben schließt und wieder Wasser zuführt.

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